Jubiläum im Norden

  1. Norddeutsche Karate-Meisterschaft

Von Bianca Walsleben

Ein letztes Mal gingen die Kinder des „Hatsuun Jindo“ Karate-Club Magdeburg-Barleben e.V. in diesem Jahr auf die Tatami (Kampffläche), um sich in Hannover mit den Karatekas des norddeutschen Raums zu messen. Für die Starter ab 12 Jahren war es die letzte Bewährungsprobe vor dem JKA-Cup 2017, dem Saisonhöhepunkt. Die hervorragende Bilanz von neun Gold-, vier Silber- und elf Bronzemedaillen und der erste Platz in der Vereinswertung, lässt auf starke Leistungen in zwei Wochen hoffen.

Nachdem sich die Aktiven beim Stützpunktlehrgang am Samstag, den 21. Oktober 2017 nochmal letzte Verbesserungen und Anregungen holen konnten, ging es am Sonntag ab neun Uhr auf die Matten. Vier Vertreter des HKC betraten damit völlig neues Terrain: Fiona Willuweit, Louisa Braunschweig, Amy Lüer und Tim Kaschlaw. Trotz enormer Aufregung zeigten alle vier dank ihres Ehrgeizes und sicherer Vorbereitung, wie gut sie mit der neuen Situation umgehen können. Dabei gelang es Fiona sogar auf Anhieb in das Kata-Finale der 12 bis 13-jährigen Mädchen einzuziehen. Hier erst musste sie sich dann der schon erfahreneren Konkurrenz geschlagen geben und platzierte sich auf Rang vier. Ihre große Schwester Sophie Willuweit stärkte ihr bei jeder Begegnung den Rücken. Die langjährige Wettkämpferin zeigte dann in ihren Einzelstarts mit viel Kampfeslust und Ehrgeiz ihr Können. Sie sicherte sich Doppel-Gold in Kata und Kumite der 15 bis 16-jährigen Mädchen und das dicht gefolgt von ihren Teamkolleginnen Celina Kreutz und Lara Robra, ebenfalls mit Doppel-Silber und Doppel-Bronze. Die Drei schenkten sich nichts und zeigten würdige Kämpfe, mit denen sie die Konkurrenz auf die hinteren Ränge verwies. Besonders die Leistung von der erst 13-jährigen Lara Robra ist hervorzuheben, da sie eine Gruppe höher starten musste, weil ihre Altersklasse aus Mangel an Mitbewerbern ausfallen musste. Doch sie stellte sich der Aufgabe und meisterte sie hervorragend, sehr zur Freude von Trainer Stephan Walsleben. Ein weiteres Geschwister-Duo, das von sich reden machte, waren die Brüder Colin und Ferenc Dattko. Der 10-jährige Colin machte es seinem großen Bruder vor und ließ mit seinen Katas die Anderen hinter sich. Auch im Finale blieb er dank kraftvoller und korrekt ausgeführter Technik an der Spitze des Leistungsfeldes und nahm stolz die Goldmedaille entgegen. Im Kata-Team-Wettbewerb trat er mit seinen Mitstreitern Robin Nitsche und Lukas Elvers vom HKC an. Gegen die starken und teilweise sehr hoch graduierten Rivalen zeigten sie eine synchrone Kata, die am Ende etwas mehr Ausdrucksstärke hätte gebrauchen können. Ihre Darbietung wurde dennoch mit der Bronzemedaille belohnt. Das Talent scheint in der Familie Dattko zu liegen, denn Ferenc zog mit seinem Bruder gleich und platzierte sich im Kata-Einzel bei den 16 bis 17-jährigen ebenfalls auf dem ersten Rang. Colins Teamkollege Lukas Elvers kämpfte sich zudem souverän durch die Vorrunden im Kumite. Bereits der Kampf um den Einzug ins Finale war nervenaufreibend für die Zuschauer. Nachdem die Kampfrichter sich im ersten Durchgang für keinen der beiden Kämpfer entscheiden konnten und mittels eines Remis eine zweite Runde einforderten, bewies Lukas Nervenstärke. Denn ein Stichkampf wird mit der entgegengesetzten Auslage durchgeführt. Der Elbestädter zeigte neben einer starken Durchführung auch, dass er die Regeln selbst in solch einer Situation beherrscht. Sein Gegner hatte damit scheinbar Probleme, denn er vergaß den obligatorischen Fußtritt im Gegenangriff. Damit war der Finaleinzug für Lukas besiegelt. Trotz ebenfalls sehr gutem Gegner erarbeitete Elvers sich die notwendigen Punkte und erklomm das höchste Treppchen. Sein Mannschaftkollege Valentin Hennig (12-13 Jahre) hatte gleich in seiner ersten Begegnung, den von ihm als stärksten Kontrahenten eingeschätzten Karateka vor sich. Doch er stellte sich mit viel Mut und Kampfeswille der Herausforderung und wurde belohnt. Die Punkte gingen auf sein Konto und so euphorisiert war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen – Gold für Valentin. Diese positive Stimmung sollte sich bis in die Kata-Team-Begegnungen fortsetzen. Zusammen mit Huy Bui Ngoc und Simon Zerlin zeigte Hennig, dass ihm auch die ästhetische Seite des Karate liegt. Gemeinsam präsentierte das Dreiergespann eine Kata, die nicht nur durch Synchronität, sondern auch durch Ausdruck bestach und damit zu recht mit dem Norddeutschen Meister ausgezeichnet wurde. Huy gelang das Gleiche in seinem Kata-Einzelwettbewerb und holte sich somit einen Doppeltitel. Im Kumite der 12 bis 13-jährigen Mädchen schaffte es Jana Elvers eine kleine Schwäche aus der Vorrunde im Finale abzustellen und reihte sich somit in die Riege der Norddeutschen Meister mit ein. Einen harten Abschluss der Wettkämpfe musste Fabian Lüdke verkraften. Der hochgewachsene Magdeburger hat sich deutlich in seiner Leistung gesteigert und kann dies endlich auch auf der Tatami beweisen. Bis ins Finale demonstrierte er sein Können und war nun in greifbarer Nähe zum Pokal. Einem würdigen Gegner gegenüber, schenkten sich die beiden keinen Zentimeter. Als beide ihre Chance auf einen Treffer sehen, gehen sie gleichzeitig vor. Leider hatte Fabians Kontrahent nicht die notwendige Kontrolle über seine Technik, sodass er ihn zu hart am Kinn traf und Fabian regelrecht K.O. ging. Eine solche Nachlässigkeit in der Kontrolle, sodass der Athlet nicht mehr weiterkämpfen kann, wird im Karate hart bestraft. Die Folge war die Disqualifikation und der daraus resultierende Sieg von Fabian Lüdke, dem es nach ärztlicher Behandlung vor Ort schnell wieder besser ging.

Nun heißt es für die Aktiven die kommenden zwei Wochen intensiv zu nutzen, um den letzten Schliff in die Techniken zu bringen und das Jahr ähnlich erfolgreich auf dem JKA-Cup abschließen zu können.

 

 

 

Platzierungen:

Kata:

  1. Kata-Team (Huy Bui Ngoc, Simon Zerlin, Valentin Hennig)

       Colin Dattko

       Sophie Willuweit

       Ferenc Dattko

  1. Celina Kreutz

       Huy Bui Ngoc

  1. Kata-Team (Robin Nitsche, Lukas Elvers, Colin Dattko)

       Leonard Konitzer

       Lara Robra

       Simon Zerlin

       Long Le Do

  1. Fiona Willuweit

       Pia Gniot

       Hanna Jesse

       Leon Schotte

Kumite:

  1. Lukas Elvers

       Jana Elvers

       Valentin Hennig

       Sophie Willuweit

       Fabian Lüdke

  1. Celina Kreutz

       Long Le Do

  1. Lara Robra

       Pia Gniot

       Louis Keffel

       Simon Zerlin

       Hanna Jesse

       Ferenc Dattko

Auszeichnungen

"Großer Stern des Sports" 2004
in Bronze - 1. Platz
in Silber - 3. Platz

"Großer Stern des Sports" 2007
Stern in Bronze

Gütesiegel

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