Karate-Europameisterschaft in Sittard

Von Bianca Walsleben

Die letzten Monate haben zwei Karatekas vom „Hatsuun Jindo“ Karate-Club Magdeburg-Barleben e.V. auf ein Event hin trainiert: die „JKA European Championship for Juniors and Seniors“, die im niederländischen Sittard stattfand.

Bianca und Stephan Walsleben durften dort am vergangenen Samstag, den 01.April 2017 für das deutsche Team an den Start gehen. Beide Karatekas wurden im Kumite-Einzel und Kumite-Team aufgestellt. Nach den Kata-Vorrunden am Vormittag ging es zur Mittagszeit in die Zweikämpfe für die Kumiteteilnehmer im Bereich Junioren und Senioren. Den Anfang machte Stephan Walsleben in seinen Einzel-Vorkämpfen. Seine erste Begegnung fand gegen einen französischen Athleten statt. Hier brauchte Stephan seine Zeit, um in den Kampf zu finden, konnte ihn aber für sich entscheiden. Im Anschluss daran gab es noch einmal ein schnelles Coaching vom Bundestrainer Thomas Schulze. Der zweite Kampf ging gegen den Belgier Jonathan Mulolo. Hier war Stephan von Beginn an fokussiert und fand in seinen Stil zurück. Der Kampf gegen den mehrfachen internationalen Medaillenträger aus Belgien war ein spannungsgeladenes Highlight. Beide schenkten sich nichts und die Punktvergabe war sehr knapp. Am Ende lag das Glück dann eher auf der Seite Mulolos und dieser konnte später verdient die Goldmedaille entgegen nehmen. Doch Walsleben bekam eine weitere Möglichkeit sein Format zu zeigen: beim Kumite-Team-Wettbewerb. Hier ging es zusammen mit Dustin Deißler, Stefan Gude und Dennis Klassen zuerst gegen Schweden auf die Matte. Hier genügte noch ein Remi von Stephan für das Weiterkommen. Die folgende Runde gegen Polen und das Halbfinale gegen Norwegen konnte er mit einem Sieg bereichern und trug somit entscheidend zum Finaleinzug der deutschen Mannschaft bei. Dort hieß es dann, wie schon in früheren Europameisterschaften: Deutschland gegen Belgien. Nachdem Dustin Deißler den ersten Kampf gewann, war Walsleben an der Reihe. Angefeuert von der ganzen Halle ging es auf die Tatami. Am Ende war der Belgier einen Wimpernschlag schneller, sodass dieser Punkt abgegeben werden musste. Im letzten Kampf, den Stefan Gude bestritt, ging dann alles ganz schnell. Ein paar Sekunden nach Beginn überraschte Arnaud Vicaire aus Belgien mit einem sauberen und explosiven Mawashi-Geri zum Kopf, der den sofortigen Sieg seines Teams besiegelte und Silber für Deutschland zur Folge hatte.

Ähnlich verlief der Wettkampf für Bianca Walsleben. Ihre erste Runde im Einzel-Wettbewerb konnte sie noch souverän gegen eine italienische Kämpferin gewinnen und in der zweiten stand sie einer ihrer Mannschaftskolleginnen gegenüber. Nachdem sowohl Bianca als auch ihre Kontrahentin je eine Wertung erhalten hatten, konnte Walsleben einen sehr starken Fauststoß auf Kopfhöhe platzieren. Der in vorherigen Meisterschaften gewünschte Kontakt, der in der Regel zu einem vollen Punkt und damit zum Sieg führt, wurde an diesem Tag leider, auch zur Verwunderung des Coaches, mit einer Verwarnung bestraft. Die anschließende Angriffssequenz wurde dann zugunsten der Italienierin gewertet, womit für Walsleben die Einzelausscheide zu Ende waren. Im Kumite-Team ging es zusammen mit Michaela Rein, Nadja Stuchlik und Caroline Sieger an den Start. Den letzten Kampf der Vorrunde bestritten die Damen gegen ein starkes ungarisches Team und konnten als Sieger hervorgehen. Im Finale hieß es dann: Kampf gegen die englischen Athletinnen. Beide Teams standen sich schon oft im Finale gegenüber und die Entscheidungen waren immer auf Augenhöhe. Im letzten Jahr konnte die Mannschaft um Walsleben noch als Europameister hervor gehen, doch 2017 reichte es mit eins zu zwei Siegen nicht mehr dafür. Demnach nahm durfte auch Bianca die Silbermedaille entgegen nehmen.

Auch wenn beide nur knapp am obersten Treppchen vorbei sind, konnten sie gute Leistungen zeigen und sich für weitere Starts empfehlen. Denn dies war nicht der letzte internationale Auftritt in diesem Jahr. Im August findet die Weltmeisterschaft in Irland statt und bis dahin wird noch an den aufgedeckten Schwächen gearbeitet.

Auszeichnungen

"Großer Stern des Sports" 2004
in Bronze - 1. Platz
in Silber - 3. Platz

"Großer Stern des Sports" 2007
Stern in Bronze

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