Wortkunde

 

Karate Do heißt, aus dem japanischen übersetzt, „der Weg der leeren Hand“. Das bedeutet, dass es sich beim traditionellen Karate um eine waffenlose Kampfkunst handelt. Der eigene Körper dient also als „Waffe“ bzw. als Handhabungsobjekt. Fast jedes Körperteil kann dabei genutzt werden. Am bekanntesten sind natürlich die Faustschläge und Fußtritte. Es existieren jedoch noch viel mehr Techniken. Diese gilt es im Training zu entdecken, handhaben zu lernen und zu perfektionieren. Somit handelt es sich im Karate um einen ewigen Lernprozess.

Im HKC Magdeburg-Barleben e. V. trainieren wir die Stilrichtung Shotokan Karate. Dabei handelt es sich um die bekannteste und

 

 

weitverbreitetste Stilrichtung des Karate. Diese zeichnet sich durch überwiegend geradlinige und schnörkellose Techniken aus. 

Das Karate baut sich auf drei Grundpfeilern auf. Dem Kihon – dem Grundschultraining, in dem einzelne Techniken geübt werden; der Kata – das ist eine festgelegte Abfolge von Techniken, eine Art Schattenkampf; und dem Kumite – die Übung mit und am Partner.

Weiterhin sollen im Karate auch gewisse Werte und Einstellungen vermittelt werden. Sehr hoch wird u. a. der respektvolle Umgang miteina

 

nder und die Bescheidenheit bewertet. Das Training gibt jedem Einzelnen mehr Selbstvertrauen im Umgang mit sich und seiner Umwelt. Man fühlt

sich ausgeglichener und ruhiger. Somit wirkt sich das Training nicht nur körperlich aus, es werden auch soziale Kompetenzen geschult und gefördert. Dieser Aspekt ist mindestens genauso wichtig wie das körperliche Training.

Für Karate-Neulinge werden die vielen Fachausdrücke erst einmal ungewohnt und unverständlich klingen. Der Aussprache liegt die englische Schreibweise zu Grunde. Im Japanischen werden die Silben durchweg gleich stark betont - es heißt also weder Karaté noch Karáte, sondern Káráté.Das "h" ist ein Laut, der zwischen h und ch liegt - etwa wie in "Dach", das "e" wird etwas näch ä hin ausgesprochen, das "z" wie das s z. B. in "Sockel". Das "ch" klingt wie tsch, das "j" wiederum wie dsch in "Germany", "s" wie ss in "Masse". Das "y" wird wie ein j gesprochen, das "r" wie ein Zungen-r im Romanischen oder Slawischen, "sh" wie sch. In manchen Silben wird das "u" kaum betont oder ganz verschluckt - z.B. Oi-Zuki = o-iz'ki; ae, ei, ue usw. werden nicht verschmolzen,sondern getrennt gesprochen: Mae-Geri = ma-e Geri. Nachfolgend eine Zusammenstellung der gebräuchlichsten japanischen Begriffe und deren Bedeutung. 

 
 

            Kommandos

Yoi!

Achtung!

Hajime!

Anfangen, los!

Yame!

Kurz gesprochen: stop!

Mawate!

Kehrt, Wendung!

Sensei-ni!

Front zum Lehrer (Sensei)

Rei!

Gruß!

Gedan-Kamae

Links vorrücken mit Geban-barai zur Ausgangsstellung in Zenkutsu-dachi (Grundschule). Beim Gedan-Kamae ist die Hüfte nicht abgedreht. Die Arme sind seitlich, etwa 30 cm neben dem Körper, Ellbogen nach außen gedreht und leicht gebeugt.

Chudan-Kamae

Entspricht der Kampfstellung. Der vordere Arm deckt den Außenbereich des Körpers, bereit Kizami-zuki zu stoßen; der hintere Arm deckt den Bauch, bereit Gyaku-zuki zu stoßen.

Kumite-Kamae

Rechtes Bein zurücksetzen in Zenkutsu-dachi ausholen mit Gedan-barai (Ausgangsstellung für Partner-Training

            Angriffsstufen

Gedan

Untere Stufe (bis zum Gürtel)

Chudan

Mittlere Stufe (Gürtel bis Hals)

Jodan

Obere Stufe (Kopf)


            Stellungen

Shizentai

Normalstellung

Zenkutsu-Dachi

Schrittstellung, Vorwärtsstellung

Kokutsu-Dachi

Verteidigungsstellung, Rückwärtsstellung

Kiba-Dachi

Spreizstellung, Grätschstellung

Hanmi

Schrägstellung in Zenkutsu-dachi: der Oberkörper ist um 45 Grad abgedreht

Kamae

Kampfstellung

ZK

Zenkutsu-Dachi

Ko

Kokutsu-Dachi

Kb

Kiba-Dachi


            Techniken
 

Age-Uke

Abwehr obere Stufe

Choku-Zuki

Gerader Stoß aus Hachiji-dachi

Enpi-Uchi

Ellbogenstoß

Gedan-Barai

Abwehr untere Stufe

Gyaku-Zuki

Umgekehrter Fauststoß, z. B. bei vorgesetztem linken Fuß Fausstoß rechts

Keage

Bei Fußtechniken: Schnappstoß, zurückfedernder Stoß

Kekomi

Bei Fußtechniken: gerader, gestreckter Stoß mit starkem Hüfteinsatz

Kizami-Zuki

Prellstoß mit abgedrehter Hüfte

Mae-Ashi-Geri

Fußstoß mit dem vorderen Bein

Mae-Geri

Fußstoß nach vorn

Mawashi-Geri

Kreisfußstoß

Mae-Mawashi-Geri

Kreisfußstoß mit dem vorderen Fuß

Nukite

Stoß mit den Fingerspitzen

Oi-Zuki

Angriffsstoß - z. B. rechtes Bein, rechte Faust

Rengeri

Doppelfußstoß mit Zwischenschritt

Renzuki

Mehrfachfauststoß

Sanbon-Zuki

Dreimaliger Fauststoß: einmal obere Stufe, zweimal mittlere Stufe

Shuto-Uchi

Handkantenschlag

Shuto-Uke

(schto uke) Handkantenabwehr im Kokutsu-dachi

Soto-Uke

Abwehr mittlere Stufe von außen (soto) nach innen

Uchi-Uke

Abwehr mittlere Stufe von innen (uchi) nach außen

Morote-Uke

verstärkte Unterarmabwehr

Tate-Uraken-Uchi

Faustrückenschlag von oben

Yoko-Uraken-Uchi

Faustrückenschlag zur Seite

Ushiro-Geri

Fußstoß nach hinten

Yoko-Geri

Fußstoß zur Seite


            Trainings- und Kampfformen

Kihon

Grundschule

Kumite

Kampfschule

Ippon-Kumite

Einmaliger Angriff, Abwehr und Gegenangriff

Sanbon-Kumite

Dreimaliger Angriff, dreimalige Abwehr. Nach der dritten Abwehr Gegenangriff. Angriff und Abwehr müssen stark vorgetragen werden! Ziel: Entwicklung maximaler Standfestigkeit und Balance.

Gohon-Kumite

Das gleiche fünfmal

Kaeshi-Ippon-Kumite

Mehrere hintereinander folgende wechselnde Angriffe und Abwehren. Kampffolge: Angriff - Abwehr und Angriff (die Faust wird nicht zurückgezogen) - Abwehr und Gegenangriff (vorderen Fuß und Faust zurücknehmen). Die Kampfform dient Reaktionsschulungen.

Jiyu-Ippon-Kumite

Realer Angriff und kampfgemäße Abwehr (einmal). Ziel: Entwicklung des Gefühls für Abstand und Zeitwahl.

Okuri-Ippon-Kumite

Kombinationstraining. Kampffolge:
1. Angriff mit Ansagen - Abwehr mit Gegenangriff und Ausweichen
2. Angriff ohne Ansagen - Abwehr und Gegenangriff

Happo-Kumite

Training für Schritt- und Körperbewegungen sowie Schulung auf intensive Reaktion. Eine größere Anzahl von Angreifern bildet einen Kreis. Der Abwehrende steht in der Mitte. Die Angreifer sagen jeden Angriff an; die Zeit zwischen Abwehr/Gegenangriff und dem nächsten Angriff soll möglichst kurz bemessen sein.

Jiyu-Kumite

Freier Kampf

Shiai

Turnier

 

              Kata

            Vorführungsform in der Art eines Schattenkampfes, die alle Grundtechniken in festgelegten Kombinationen enthält.

            Erläuterungen weiterer japanischer Begriffe

Dojo

Übungsraum, Club

Hara, Tanden

Bauch, Schwerzentrum

Karateka

Karatemann/frau

Karategi

Karate-Bekleidung

Kiai

Höchster Krafteinsatz in Verbindung mit hörbarem Ausatmen, ähnlich einem Kampfruf

Kime

Äußerster Einsatz mit voller Spannung und höchstem Kampfgeist

Suri-Ashi

Gleitschritt

oder

Gleitschritt, bei dem das hintere Bein so weit zum vorderen Bein herangezogen wird, bis der hintere Fuß unmittelbar vor dem vorderen Fuß aufsetzt.

Kiai

Bei jeder letzten Technik sowie im Gohon-Kumite, beim letzten Angriff, bei jedem Angriff im Kihon-Ippon und Jiyu-Ippon-Kumite und jedem Gegenangriff ist Kiai zu machen. Der Kiai ist kurz, explosiv und laut auszuführen.



(Quelle Aussprache und Begriffe: Albrecht Pflügers KARATE 1, Einführung - Grundtechniken, FALKEN-Verlag, Seite 133 bis 136)

Auszeichnungen

"Großer Stern des Sports" 2004
in Bronze - 1. Platz
in Silber - 3. Platz

"Großer Stern des Sports" 2007
Stern in Bronze

Gütesiegel

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